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Geschichte der Juden in Ungarn
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Die Geschichte der Juden in Ungarn (bzw. auf dem Gebiet des ehemaligen KĂśnigreichs Ungarn) beginnt gemäà jĂźdischen geschichtlichen Ăberlieferungen im FrĂźhmittelalter, obwohl archäologische Zeugnisse einer jĂźdischen Präsenz schon aus rĂśmischer Zeit vorliegen. Nach Jahrhunderten einer wechselvollen Geschichte, mit den Verheerungen des Holocaust als Tiefpunkt, ist die Hauptstadt Budapest bis heute ein lebendiges Zentrum jĂźdischer Kultur.
Contents
⢠Geschichte
⢠RÜmische Antike
⢠Demografie
⢠Oberrabbiner
⢠Personen
⢠Kunst
⢠Politik
⢠Religion
⢠Sport
⢠Wissenschaft
⢠Bilder
⢠Siehe auch
⢠Gemeinden
⢠Synagogen
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geschichte
RĂśmische Antike
Archäologische Ausgrabungen bezeugen die Präsenz von Juden, die sich im Gefolge der rĂśmischen Truppen in den Provinzen Pannonien und Dakien niederlieĂen. Insbesondere durch die in den Ăśstlichen Provinzen ausgehobenen Hilfstruppen gelangten Juden an die mittlere Donau. Damit entstanden die ersten Gemeinden und Synagogen. Heute sind vorrangig die von Juden in Auftrag gegebenen inschriftlichen Steindenkmäler als primäre Zeugnisse dieser Zeit zu nennen. Mit dem Untergang der rĂśmischen Donauprovinzen während der VĂślkerwanderung fiel Pannonien nach langen Machtkämpfen hĂśchstwahrscheinlich im Jahr 433 n. Chr. offiziell an die Hunnen, wobei sich Städte wie Sirmium â heute bei Sremska Mitrovica â noch mindestens fast zehn Jahre erfolgreich gegen die neue Herrschaft wehrten und erst erobert werden mussten.cite-ref-wolfram-1995-104-1-0[1]
Die Truppen wurden während der Zeit des Prinzipats in Pannonien hauptsächlich entlang der Donaugrenze stationiert. In den zu den Kastellen gehĂśrenden LagerdĂśrfern, die sich sehr häufig auch zu Handelszentren entwickelten, haben sich die Spuren dieser frĂźhen Juden erhalten. Beispielsweise fand sich 1890 auf dem antiken Gräberfeld in der Flur BĂĄnom bei Esztergom â in rĂśmischer Zeit Standort des Kastells Solva â eine rechteckige Inschriftentafel, die zu einem Grabbau gehĂśrt hat. Der fĂźr einen Iudatus und eine Kassia im 3. Jahrhundert n. Chr. angefertigte Stein erhielt eine einfache Ritzzeichnung des siebenarmigen Leuchters sowie darĂźber die folgende lateinisch-griechische Inschrift:cite-ref-2[2]
ÎξΟοĎΚι Iudati patiri
et ΟξΟοĎΚι ÎÎąĎĎΚξ
Îľá˝Îť(ογίι)
Die BevĂślkerung des Lagerdorfs von Kastell Intercisa â heute DunaĂşjvĂĄros â stammte im 2. und 3. Jahrhundert zu einem nicht unbedeutenden Teil aus orientalisch geprägten Einwohnern, darunter auch Juden.cite-ref-v-g-s-dostfriedhof-1976-183-3-0[3]cite-ref-4[4] Diese waren mit den hier zeitweilig stationierten Soldaten der im syrischen Homs ausgehobenen Cohors I milliaria Hemesenorum Aurelia Antoniniana sagittaria equitata civium Romanorum (1. teilberittene bogenschieĂende Doppelkohorte der Hemesaer rĂśmischen BĂźrgerrechts âAurelia Antoninianaâ) nach Intercisa gekommen. Der Zuzug der aus Syrien stammenden ZivilbevĂślkerung geschah in mehreren Wellen. Den Inschriften und Namen auf den Steindenkmälern nach scheint die orientalische BevĂślkerungszahl in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts die Mehrzahl der BevĂślkerung in Intercisa gestellt zu haben.cite-ref-bark-czi-1988-34-5-0[5] In die Zeit zwischen 222 und 235 datiert von dort eine in der Wissenschaft kontrovers diskutierte Weiheinschrift. Die Inschrift ist von einer Tabula ansata umrahmt und dem Deus Aeternus â dem ewigen Gott â sowie dem Wohlergehen des damals regierenden Kaiser Severus Alexander (222â235) und der Kaisermutter Julia Mamaea gewidmet. Der Dedikant, ein gewisser Cosmius, war als Staatsbeamter Leiter der Ăśrtlichen Zoll- beziehungsweise StraĂenstation (Praepositus stationis) und mĂśglicherweise als Vorsteher der durch die Inschrift bezeugten Synagoge von Intercisa (Synagoga Iudeorum) tätig. Wie die Inschrift verrät, erfĂźllte er mit dem Stein ein GelĂźbde.cite-ref-6[6] Die Inschrift ist ein Zeugnis fĂźr die Verflechtung von monotheistischem Glauben und Kaiserkult.cite-ref-7[7] Archäologisch lässt sich die Synagoge von Intercisa bisher nicht nachweisen. Die Fundamente eines kleinen Apsisgebäudes aus dem 4. Jahrhundert, die sich in der Nähe des antiken Westfriedhofs befinden und heute als Kulturdenkmal geschĂźtzt sind, wurden als Kirche interpretiert.cite-ref-visylimes1988-104-8-0[8]
Im KĂśnigreich Ungarn (bis 1540)
NachrĂśmische jĂźdische Schriftquellen sind erst wieder aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts Ăźberliefert, als sich Juden aus Deutschland, BĂśhmen und Mähren auf ungarischem Gebiet ansiedelten. 1092 verbot die Kirche im Konzil zu Szabolcs EheschlieĂungen zwischen Juden und Christen, die Arbeit an christlichen Feiertagen sowie den Kauf von Sklaven. KĂśnig Koloman schĂźtzte die in seinem Territorium wohnhaften Juden am Ende des 11. Jahrhunderts, als sie von einigen Kreuzrittern angegriffen wurden. Bedeutende jĂźdische Gemeinden entwickelten sich in Städten unter bischĂśflicher Herrschaft: Buda, Pressburg (das heutige Bratislava, wo erstmals 1251 eine jĂźdische Präsenz bezeugt ist), Tyrnau und Gran. Nachdem die ungarischen Juden im Laufe des 12. Jahrhunderts bedeutende Positionen im Wirtschaftsleben errungen hatten, lieĂ KĂśnig Andreas II. in der Goldenen Bulle von 1222 eine Bestimmung einfĂźgen, wonach die Juden von bestimmten Ămtern und von der Verleihung von Adelstiteln ausgeschlossen wurden. KĂśnig BĂŠla IV. legte den Status der Juden in einem Privileg von 1251 fest, das sich nach dem Muster ähnlicher Dokumente in den umgebenden Ländern richtete. Als Folge des Kirchenkonzils von Buda 1279 durften Juden kein Land pachten und wurden gezwungen, den Judenring zu tragen. Wegen des Einspruchs des KĂśnigs wurden jedoch diese Bestimmungen nicht konsequent angewandt.
Während der Herrschaft von Ludwig dem GroĂen (1342â1382) wurde der feindliche Einfluss der Kirche in jĂźdischen Angelegenheiten wiederum vorherrschend. Infolge des Ausbruchs des Schwarzen Todes wurden 1349 erstmals Juden aus Ungarn ausgewiesen. 1360 wurde eine allgemeine Ausweisung verordnet, doch um das Jahr 1364 durften einige Juden unter einschränkenden Bedingungen, z. B. bei der BerufsausĂźbung, zurĂźckkehren. 1365 setzte KĂśnig Ludwig das Amt des âJudenrichtersâ ein, der unter den Magnaten ausgewählt wurde. Seine Aufgaben betrafen jĂźdische BesitztĂźmer, Erhebung und Einsammlung von Steuern, Vertretung der Juden bei den BehĂśrden und Schutz der Rechte der jĂźdischen BevĂślkerung. KĂśnig Matthias Corvinus (1458â1490) veranlasste eine Verbesserung des Status der ungarischen Juden und gewährte gleichzeitig den Städten Schutz, deren Bewohner, vornehmlich deutschstämmige Kaufleute und Bankiers, in den Juden gefährliche Konkurrenten sahen.
1494 wurden bei einem Ritualmordprozess in Trnava 16 Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden die judenfeindlichen MaĂnahmen in Pressburg, Buda und anderen Städten fortgesetzt. Auch die wirtschaftliche Situation der Juden verschlechterte sich: KĂśnig Ladislaus II. annullierte sämtliche Schulden, die bei jĂźdischen Gläubigern ausstehend waren. 1515 wurden die Juden unter den direkten Schutz des Kaisers und ungarischen Kronprätendenten Maximilian I. gestellt. In dieser Zeit wurde eine entehrende Form des Judeneides eingefĂźhrt, der vor Gericht zu leisten war und bis Mitte des 19. Jahrhunderts GĂźltigkeit hatte.
In der Mitte des 14. Jahrhunderts befand sich die bedeutendste ungarische jĂźdische Gemeinde in SzĂŠkesfehĂŠrvĂĄr (dt. StuhlweiĂenburg), deren Gemeindevorsitzende (âParnasimâ) die Ăźbrigen Gemeinden in ganz Ungarn verwalteten. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gewann die Gemeinde in Buda an Bedeutung, als jĂźdische FlĂźchtlinge aus anderen Ländern sich dort niederlieĂen. Ăber das geistige Leben der ungarischen Juden im Mittelalter ist wenig bekannt; es wird jedoch angenommen, dass es wegen der zerstreuten Lage der Gemeinden und der kleinen Mitgliederanzahl im Vergleich zu den Nachbarländern unbedeutend war. Der erste Rabbiner, dessen Ruf sich Ăźber Ungarn hinaus erstreckte, war Isaak Tyrnau. Er wirkte zu Beginn des 15. Jahrhunderts und beschreibt in der EinfĂźhrung zu seinem Sefer ha-Minhagim (âBuch der Gebräucheâ) das niedrige Niveau des Torastudiums in Ungarn.
Unter osmanischer Herrschaft (1541â1686)
Nach der ersten zeitweiligen Eroberung von Buda im Jahre 1526 schlossen sich dort viele jĂźdische Bewohner den TĂźrken auf ihrem RĂźckzug an. In der Folge bildeten sich im ganzen Balkan Gemeinden von ungarischen Juden. Nachdem Mittelungarn 1541 dem Osmanischen Reich einverleibt worden war, verbesserte sich der Status der dortigen jĂźdischen BevĂślkerung. Die Gemeinde in Buda vergrĂśĂerte sich, und auch Sephardim, die frĂźher in Kleinasien und auf dem Balkan gelebt hatten, siedelten sich hier an.
In den habsburgisch beherrschten Gebieten Ungarns verstärkten sich in dieser Zeit die antijßdischen Ausschreitungen. 1529 wurden nach einem Ritualmordprozess in Bazin 30 Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die restlichen wurden, wie auch in Pressburg, Sopron und Trnava, aus der Stadt verwiesen. Die Magnaten im westlichen Ungarn gewährten jedoch den Vertriebenen Schutz.
In der Habsburgermonarchie (1686â1918)
ĂuĂere Entwicklungen
Paul I. Fßrst Esterhåzy nahm die Juden, die 1670 von Leopold I. aus Wien vertrieben worden waren, im Burgenland auf, wo den neu gegrßndeten Siebengemeinden 1690 ein Privileg gewährt wurde. In Siebenbßrgen war der Status der Juden 1623 durch den protestantischen Herrscher Gåbor Bethlen festgelegt worden.
Maria Theresia, die von 1740 bis 1780 regierte, war den Juden ungĂźnstig gesinnt. 1744 wurde erstmals eine jährlich zu entrichtende âToleranzsteuerâ von 20.000 Gulden erhoben, die sich laufend erhĂśhte und zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Betrag von 160.000 Gulden erreichte. Unter der Herrschaft von Maria Theresias Sohn Joseph II. verbesserte sich die Situation etwas, als im Jahre 1783 in einem Toleranzpatent den jĂźdischen Untertanen der Aufenthalt in kĂśniglichen Städten gestattet wurde. Mit dem Beginn des 18. Jahrhunderts begann die Bildung des modernen ungarischen Judentums, als zahlreiche Juden nach Ungarn einwanderten.
Die Diskussion um die Erteilung der Grundrechte an die jĂźdische BevĂślkerung begann in Ungarn in den 1830er Jahren. Nachdem sich zahlreiche Juden an der fehlgeschlagenen Revolution von 1848 beteiligt hatten, erhob die Ăśsterreichisch-ungarische Regierung eine Kollektivstrafe von 2,3 Millionen Gulden, die später auf eine Million reduziert und 1856 in Form eines Fonds fĂźr Schulen und wohltätige Einrichtungen zurĂźckerstattet wurde. Die meisten Einschränkungen â Verpflichtung zum Judeneid, Notwendigkeit einer Eheerlaubnis, Verbot des Landbesitzes und andere â wurden 1859â60 aufgehoben und den Juden die Gewerbefreiheit sowie die FreizĂźgigkeit gewährt.
Kurz nach dem Ausgleich von 1867 wurde das Gesetz Ăźber Judenemanzipation am 20. Dezember 1867 im Parlament ohne nennenswerte Opposition angenommen. In diesem Zeitraum war ein bedeutender Zuwachs der jĂźdischen BevĂślkerung in Ungarn zu verzeichnen, der sowohl auf GeburtenĂźberschuss als auch auf Zuwanderung aus benachbarten Regionen, vor allem aus Galizien, beruhte.
Nachdem im Jahr 1850 340.000 Juden gezählt wurden, stieg ihre Zahl bis 1869 auf 542.000 und bis 1910 auf 910.000 Personen.
Bei der Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft Ungarns in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielten Juden eine bedeutende Rolle. Vor dem Ersten Weltkrieg stellten sie 55â60 % der landesweiten Gesamtanzahl der Kaufleute, 45 % der Unternehmer, 42 % der Journalisten, 45 % der Juristen und 49 % der Mediziner. Andererseits waren in der Ăśffentlichen Verwaltung nur wenige Juden angestellt. Die Identifizierung der ungarischen Juden mit dem magyarischen Element des ungarischen KĂśnigreichs hatte politische Folgen: 1895 erhielt das Judentum offizielle Anerkennung und genoss die gleichen Rechte wie der Katholizismus und der Protestantismus. Dieses Gesetz wurde trotz erheblichen Widerstandes seitens der katholischen Kirche und der verbĂźndeten Magnaten angenommen, welche zuvor die Ratifizierung dreimal verschoben hatten.
Unter der FĂźhrung des Parlamentsabgeordneten GyĹzĹ IstĂłczy entwickelte sich der politische Antisemitismus seit der Mitte der 1870er Jahre zu einem ideologischen Trend. Einen HĂśhepunkt erfuhr diese Entwicklung mit der Affäre von TiszaeszlĂĄr 1882, in der mittelalterliche Ritualmordanschuldigungen wiederholt wurden. Obwohl sämtliche Angeklagten freigesprochen wurden, beruhigte sich die Lage nicht. Um die Jahrhundertwende wurde die Katholische Volkspartei zum Hauptträger des Antisemitismus. Als ihre Hauptaufgabe sah sie die Bekämpfung vorgeblicher antichristlicher und zersetzender Ideen, insbesondere Liberalismus und Sozialismus. Auch unter den nationalen Minderheiten, besonders den Slowaken, war Antisemitismus weit verbreitet. Dies beruhte vor allem darauf, dass sich die ungarischen Juden in hohem MaĂe mit der nationalistischen Magyarisierungspolitik identifizierten.
Im Ersten Weltkrieg fielen etwa 10.000 Juden als Soldaten. Gleichzeitig verstärkte sich nach dem verlorenen Krieg die antijßdische Stimmung aufgrund der Anwesenheit zahlreicher Flßchtlinge aus dem von Russland besetzten Galizien sowie der aktiven Beteiligung von Juden an der Kriegswirtschaft.
Interne Entwicklungen
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die ungarischen Juden bezĂźglich ihrer sprachlichen und kulturellen Herkunft dreigeteilt: Im so genannten âOberlandâ â dem heutigen Burgenland und der Slowakei westlich der Tatra â sprachen sie Deutsch oder Westjiddisch, im âUnterlandâ â der Slowakei Ăśstlich der Tatra, in der Oblast Transkarpatien und in NordsiebenbĂźrgen â sprachen sie Ostjiddisch,cite-ref-9[9] und die Ăźberwiegende Mehrheit der Juden in Mittelungarn sprach Ungarisch. Bei der Klassifizierung der Einwohner nach Nationalitäten bezeichnete sich der Hauptteil der ungarischen Juden als Ungarn. Da im Gegensatz zu anderen mittel- und osteuropäischen Staaten (Polen, Tschechoslowakei, Sowjetunion) keine jĂźdische Nationalität vorgesehen war, wurden die Juden in den Machtkampf zwischen der herrschenden ungarischen Nation und den nationalen Minderheiten hineingezogen.
Ein wichtiges Element in der internen Entwicklung des 19. Jahrhunderts stellte die Auseinandersetzung zwischen Orthodoxen und Reformbewegungen dar. Unter der Leitung von Rabbiner Moses Sofer wurde Pressburg zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein geistiges Zentrum der Orthodoxie, und die dortige Jeschiwa zur bedeutendsten ihrer Art in Mitteleuropa. Weitere bedeutende Jeschiwot befanden sich in Galanta, Eisenstadt, PĂĄpa, Huszt und SzatmĂĄrnĂŠmeti, wo die chassidische Satmarer Bewegung entstand. Der Chassidismus fand im Nordosten Ungarns zahlreiche Anhänger und stieĂ dort auf keinen nennenswerten Widerstand seitens der Rabbiner. Chassidische Zentren befanden sich auĂerdem in Satoraljaujhely, MĂĄramarossziget und MunkĂĄcs in der Karpatenukraine. Auch die Zaddikim aus Belz und Zans (Nachfolger von Chaim Halberstam) fanden in Ungarn zahlreiche Anhänger.
Auf der liberalen Seite entwickelte sich seit den 1830er Jahren die Bewegung der Haskala. Erste fßhrende Vertreter von Reformen waren hier Aaron Chorin und Leopold LÜw. Die Reformbewegung, die in Ungarn seit dem 19. Jahrhundert als Neologie bezeichnet wird,cite-ref-10[10] fand hier keine extremen Vertreter, doch der Wunsch nach Einfßhrung von moderaten Neuerungen im Erziehungswesen und im religiÜsen Leben trug Frßchte und stieà in orthodoxen Kreisen auf heftigen Widerstand. Die Polemiken zwischen Orthodoxen und Reformern waren ein zentraler Bestandteil anlässlich des Allgemeinen Jßdischen Kongresses, der 1868 von der Regierung einberufen wurde. Als Folge des Kongresses ergab sich eine dreifache Spaltung in orthodoxe Gemeinden, Neologie-Gemeinden und so genannte Status-quo-Gemeinden, die sich keiner der beiden Seiten anschlossen.cite-ref-11[11]
Der politische Zionismus wurde durch den in Budapest geborenen und aufgewachsenen Theodor Herzl entscheidend geprägt. Die nationalen Ideale der zionistischen Bewegung fanden jedoch nur bei einigen Akademikern und Orthodoxen Anklang, während sowohl Orthodoxe als auch Neologen, die sich um Assimilation bemßhten, sich mehrheitlich und eindeutig dagegen stellten.
Der Aufschwung im 19. Jahrhundert fĂźhrte vor allem in der Hauptstadt Budapest zu einer regen Bautätigkeit. 1859 wurde die GroĂe Synagoge in der DohĂĄnystraĂe eingeweiht; sie ist bis in die Gegenwart die grĂśĂte Synagoge Europas. Aus dem 1877 erĂśffneten Budapester Rabbinerseminar gingen viele bedeutende Rabbiner hervor.
Zwischen den Weltkriegen (1919â1940)
In der Periode zwischen den beiden Weltkriegen durchlief das ungarische Judentum bedeutende Ănderungen. Ungarn hatte infolge des Friedens von Trianon 63 Prozent seines Territoriums an die umliegenden Staaten verloren. Die Zahl der ungarischen Juden verminderte sich dadurch um die Hälfte: 1920 lebten in Ungarn 470.000 Juden. In den Zwanziger- und DreiĂigerjahren war ein weiterer RĂźckgang sowie eine Ăberalterung zu verzeichnen. Da die groĂen orthodoxen Zentren aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg nun nicht mehr zu Ungarn gehĂśrten, lebten Ăźber die Hälfte der ungarischen Juden im GroĂraum Budapest.
In der kurzlebigen Räterepublik unter BĂŠla Kun waren in leitenden Regierungsstellen zahlreiche Juden vertreten. Nach der Niederschlagung der kommunistischen Revolution waren zahlreiche antijĂźdische Gewaltakte zu verzeichnen. Der âWeiĂe Terrorâ forderte in Ungarn schätzungsweise 3000 Todesopfer.
Nach der Stabilisierung der politischen Situation nahmen die Gewaltakte ab, doch die Regierung verfolgte weiterhin eine antisemitische Politik. 1920 wurde ein Numerus clausus festgelegt, wonach die Anzahl Juden an Hochschulen nicht mehr als fßnf Prozent betragen durfte. Die Situation verbesserte sich ab 1921, als Istvån Bethlen Ministerpräsident wurde und dieses Amt bis 1931 innehatte. 1928 wurden die Numerus-clausus-Bestimmungen abgeschwächt, und im selben Jahr wurden der Reformrabbiner Immanuel LÜw sowie der orthodoxe Rabbiner Koppel Reich als Vertreter im Oberhaus des Parlaments ernannt.
In den späten 1930er Jahren verschärfte sich unter dem wachsenden Einfluss rechtsstehender Kreise sowie deutscher Nationalsozialisten die antijĂźdische Politik. 1938 und 1939 wurden zwei âJudengesetzeâ erlassen, welche den Anteil der Juden in geistigen Berufen, in der Verwaltung sowie in Handel und Industrie zunächst auf 20 Prozent und später bis auf fĂźnf Prozent reduzierten; auch ihre politischen Rechte wurden dabei eingeschränkt.cite-ref-12[12]
Zweiter Weltkrieg unter ungarischer Herrschaft (1940â1944)
Siehe auch: Ungarn im Zweiten Weltkrieg
Infolge der beiden Wiener SchiedssprĂźche der AuĂenminister Hitlers und Mussolinis wurden 1938 die tschechoslowakischen Gebiete der SĂźdslowakei (FelvidĂŠk) und Rutheniens (Karpatenukraine) sowie 1940 ein Teil des rumänischen SiebenbĂźrgens Ungarn zugeschlagen, wo insgesamt etwa 300.000 Juden lebten. Weitere 20.000 Juden kamen durch die gemeinsame deutsch-ungarische Besetzung der jugoslawischen Batschka im April 1941 hinzu.
Der erste Massenmord an europäischen Juden im Laufe des Holocaust wurde Ende August 1941 verßbt. Etwa 23.600 Juden, die hauptsächlich aus den von Ungarn eroberten, ehemals tschechoslowakischen Gebieten stammten und deren StaatsangehÜrigkeit umstritten war, wurden in das deutsch besetzte Galizien vertrieben und im Massaker von Kamenez-Podolsk von SS-Truppen und deutschen Ordnungspolizisten unter dem Kommando von Friedrich Jeckeln erschossen. Im Januar 1942 wurden etwa 1000 Juden in der Batschka, hauptsächlich in Novi Sad, von Polizeikräften und Soldaten erschossen (siehe Massaker von Novi Sad).
Nachdem Premierminister LĂĄszlĂł BĂĄrdossy im Juni 1941 der UdSSR den Krieg erklärt hatte und Ungarn sich dem deutschen Krieg gegen die Sowjetunion anschloss, wurden bis zu 50.000 Juden, die in Ungarn vom Militärdienst ausgeschlossen waren, als Zwangsarbeiter an die Ostfront geschickt. Nach dem groĂen Durchbruch der Sowjetarmee bei Rostow am Don im Januar 1943 lĂśste sich die ungarische 2. Armee auf und floh in Panik. Bei diesem RĂźckzug starben schätzungsweise mindestens 40.000 Juden.
Die Lage der in Ungarn verbliebenen Zwangsarbeiter verbesserte sich nach dem Amtsantritt von Premierminister MiklĂłs KĂĄllay am 10. März 1942. KĂĄllay forderte zwar im April 1942 die âUmsiedlungâ von 800.000 Juden als âEndlĂśsung der Judenfrageâ, betonte jedoch, dass dies erst nach dem Kriegsende ausgefĂźhrt werden kĂśnne. In Ăbereinstimmung mit MiklĂłs Horthy vermied KĂĄllay drastische Schritte und widerstand dem Druck der deutschen Regierung. Diese war mit KĂĄllays halbherzigen MaĂnahmen unzufrieden und verstärkte ab Oktober 1942 den Druck auf Ungarn, um durch gesetzgeberische MaĂnahmen die vĂśllige Entfernung der jĂźdischen BevĂślkerung aus dem wirtschaftlichen und kulturellen Leben, das Tragen des Judensterns und schlieĂlich die Deportation in die Vernichtungslager zu erreichen.
Im April 1943 verurteilte Hitler bei einer Besprechung mit Horthy die ungarische Behandlung der âJudenfrageâ als unentschlossen und wirkungslos. In diesem Jahr beschloss die Regierung unter KĂĄllay die Eliminierung der Juden aus dem Ăśffentlichen und kulturellen Leben, während der Anteil der Juden im Wirtschaftsleben durch einen Numerus clausus auf sechs Prozent beschränkt wurde. Gleichzeitig fĂźhrte die Regierung KĂĄllay im Laufe des Jahres 1943 und Anfang 1944 Geheimverhandlungen mit den westlichen Alliierten, um Ungarn aus dem Krieg herauszuhalten. Im Dezember 1943 wurden die Täter der juden- und serbenfeindlichen Ausschreitungen in der Batschka vom Januar 1942 vor ein Militärgericht gestellt. Dies wurde von deutscher Seite als Versuch angesehen, die ungarische Position bei Juden und Alliierten zu stärken, was die Spannungen zwischen Berlin und Budapest bedeutend vergrĂśĂerte.
Unter deutscher Besatzung (1944â1945)
Vorbereitung fĂźr den Holocaust
Anfang März 1944 wurde in Berlin die Besetzung Ungarns (âFall Margaretheâ) beschlossen. Als Argument fĂźr diesen Schritt diente von deutscher Seite unter anderem die vorgebliche Sabotage der âEndlĂśsung der Judenfrageâ durch die ungarische Regierung. Bei Beginn der deutschen Besetzung Ungarns am 19. März 1944 waren bereits etwa 63.000 Juden den Verfolgungen zum Opfer gefallen.
Einige Tage vor der Besetzung, am 12. März 1944, begann Adolf Eichmann, Leiter des âJudenreferatsâ im RSHA, in Mauthausen die Vorbereitungen zum Aufbau des Sondereinsatzkommandos zur Vernichtung der ungarischen Juden. Die meisten Mitglieder des Sonderkommandos, darunter Hermann Krumey und Dieter Wisliceny, kamen am Tag der Besetzung nach Budapest, während Eichmann zwei Tage später eintraf. Edmund Veesenmayer, neu ernannter Minister und Reichsbevollmächtigter, sowie SS- und PolizeifĂźhrer Otto Winkelmann erhielten von deutscher Seite besondere Vollmachten bezĂźglich jĂźdischer Angelegenheiten.
Am 22. März wurde eine neue Regierung mit DĂśme SztĂłjay als Premierminister aufgestellt. Sie bestand aus extremen BefĂźrwortern des Nationalsozialismus, bereitwilligen Kollaborateuren mit Deutschland bei der AusfĂźhrung der âEndlĂśsungâ. Bereits am ersten Abend der Besatzung wurden hunderte von Juden in Budapest und anderen Städten verhaftet und in Internierungslagern wie beispielsweise in Kistarcsa und SĂĄrvĂĄr festgehalten. Bis Mitte April stieg die Anzahl der Gefangenen auf etwa 8000 Personen.
Die jĂźdischen Organisationen wurden im ganzen Land aufgelĂśst, und am 20. März wurde in Budapest ein achtkĂśpfiger Judenrat (âZsidĂł TanĂĄcsâ) errichtet, der die deutschen MaĂnahmen innerhalb der jĂźdischen Gemeinde durchsetzen sollte. Zudem ernannte die ungarische Regierung am 6. Mai einen âProvisorischen Exekutivausschuss der JĂźdischen FĂśderation Ungarnsâ, der die vollständige Beachtung der antijĂźdischen MaĂnahmen gewährleisten sollte. Da zu dieser Zeit die Juden auĂerhalb von Budapest schon in Ghettos konzentriert waren und das Gemeindeleben zu bestehen aufgehĂśrt hatte, war dieser Ausschuss eine bloĂe Fiktion mit dem zusätzlichen Ziel, den RegierungsmaĂnahmen einen Anschein von Legalität zu verschaffen. Eine weitere Aufgabe dieser jĂźdischen Organisationen war die Sicherstellung der vollständigen Ăbertragung jĂźdischer VermĂśgenswerte. Die neue Regierung erlieĂ Ăźber 100 Gesetze, um die Juden aus dem wirtschaftlichen und kulturellen Leben vĂśllig auszuschlieĂen. Betriebe in jĂźdischem Besitz wurden geschlossen, und Gegenstände im Wert von Ăźber 3000 PengĹ wurden eingezogen.
Am 29. März 1944 wurde das Tragen des gelben Judensterns verordnet.cite-ref-13[13] Eine Mitte April geschlossene ungarisch-deutsche Vereinbarung sah zunächst vor, dass im Laufe der zwei folgenden Monate 100.000 arbeitsfähige Juden in deutsche Fabriken geschickt wßrden.cite-ref-14[14] Ende April wurde dieser Plan von deutscher Seite jedoch geändert, indem sämtliche Kriterien zur Arbeitsfähigkeit aufgehoben wurden und die Deportation der gesamten jßdischen BevÜlkerung in Konzentrationslager gefordert wurde.
Der Holocaust in der Provinz
Der planmäĂige Massenmord an den Juden in Ungarn wurde zunächst in den Provinzen durchgefĂźhrt. Am 15. Mai 1944 begannen in Nordostungarn die Deportationen nach Auschwitz, mit täglichen Transporten von zwei- bis dreitausend Personen. Bis zum 9. Juli 1944 wurden laut Veesenmayers Berichten insgesamt 437.402 Juden aus den zu diesem Zweck errichteten fĂźnf Zonen deportiert (Zone I: Transkarpatien, Zone II: NordsiebenbĂźrgen, Zone III: Nordwestungarn, Zone IV: SĂźdungarn, Zone V: Transdanubien und Vorstädte von Budapest). Etwa 95 % der Deportierten wurden nach Auschwitz geschickt, wo unter dem Standortkommandanten Rudolf HÜà groĂangelegte Vorbereitungen fĂźr ihren Massenmord (die so genannte âUngarn-Aktionâ) getroffen worden waren. Arbeitsfähige wurden zur âVernichtung durch Arbeitâ auf 386 AuĂenlager in den von Deutschen besetzten Gebieten und im Deutschen Reich verteilt.
Seit der Vertreibung der letzten jĂźdischen Einwohner aus der Kleinstadt KĹszeg am 18. Juni 1944 ist die Synagoge von KĹszeg dem Verfall preisgegeben.
Der Holocaust in Budapest
Nach dem Abschluss der Deportationen aus den ungarischen Provinzen verlagerten sich die Aktivitäten auf die Deportation der Budapester Juden nach ihrer vorherigen Ghettoisierung: In etwa 2000 Budapester Häusern, die mit einem gelben Stern gekennzeichnet wurden, sollten gemäà einer Verordnung des Innenministeriums vom 15. Juni 1944 etwa 220.000 Juden untergebracht werden. Am 25. Juni wurde zudem ßber die Budapester Juden ein Ausgehverbot verhängt.
Dank mehrerer ausländischer Interventionen ab Mai 1944 konnten zahlreiche Budapester Juden vor der Vernichtung gerettet werden. Im Januar 1943 hatte sich in Budapest ein zionistischer Hilfs- und Rettungsausschuss fĂźr Juden in den umliegenden Ländern gebildet. Die Leitung des Ausschusses hatte Otto Komoly, RezsĂś Kasztner war Vizepräsident, und Joel Brand leitete Untergrundaktionen zur Rettung polnischer Juden. Brand wurde von Eichmann im Mai 1944 nach Istanbul geschickt, um bei Verhandlungen zwischen Deutschen und Alliierten den Austausch von ungarischen Juden gegen Kriegsmaterial, hauptsächlich Lastwagen, zu erreichen. Der Plan, bekannt unter dem Namen âBlut gegen Wareâ, wurde schlieĂlich nicht ausgefĂźhrt. Kasztner konnte mit Eichmann aber eine Vereinbarung abschlieĂen, wonach am 30. Juni 1944 1658 ungarische Juden zu einem festgelegten Kopfpreis von 1000 Dollar Budapest in einem Zug verlieĂen, der am 9. Juli zunächst in Bergen-Belsen eintraf. Am 18. August konnten 318 von ihnen in die Schweiz einreisen, am 6. Dezember weitere 1368 von ihnen. Im Juni 1944 verĂśffentlichten Medien (Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk) in der Schweiz, in weiteren neutralen sowie in alliierten Staaten Einzelheiten Ăźber das Schicksal der ungarischen Juden. In der Folge setzten sich zahlreiche PersĂśnlichkeiten, darunter der schwedische KĂśnig (Gustav V.), der Vatikan und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, ungarische protestantische BischĂśfe sowie der ungarische Primas SerĂŠdi bei Horthy fĂźr die Einstellung der Deportationen ein. Diese Interventionen fĂźhrten dazu, dass am 8. Juli die Einstellung der Deportationen beschlossen wurde, der Heinrich Himmler Ende Juli ebenfalls zustimmte. Zum selben Zeitpunkt wurden LĂĄszlĂł Endre und LĂĄszlĂł Baky, die zwei fĂźr die âEntjudungâ zuständigen Staatssekretäre des Innenministeriums, entlassen.
Ende August besserte sich die Lage, als die Regierung unter SztĂłjay von Horthy entlassen wurde und durch eine weniger deutschfreundliche Regierung unter General GĂŠza Lakatos ersetzt wurde. Lakatos wurde am 15. Oktober von faschistischen Pfeilkreuzlern gestĂźrzt; Ferenc SzĂĄlasi installierte eine faschistische Regierung.
Eichmann, der am 24. August aus Budapest abgereist war, kehrte am 17. Oktober zurĂźck und nahm die MaĂnahmen zur Deportation der Budapester Juden wieder auf. Diese wurden nun in zwei Gruppen aufgeteilt: Die Mehrheit wurde in einem zentralen Ghetto in ErzsĂŠbetvĂĄros eingeschlossen, während ein kleiner Teil in Häusern und Quartieren lebte, die unter dem Schutz neutraler Staaten standen. Der Schweizer Diplomat Friedrich Born, von 10. Mai 1944 bis Kriegsende Leiter der IKRK-Delegation in Budapest, rettete durch seine Aktivitäten Ăźber 10.000 Juden; ebenso die Schweizer Diplomaten Carl Lutz, Maximilian Jaeger und Harald Feller. Weitere später bekanntgewordene Helfer waren Angel Sanz Briz und Giorgio Perlasca (spanische Botschaft), Angelo Rotta (Apostolischer Nuntius des Heiligen Stuhls), der Schwede Raoul Wallenberg und der deutsche Gesandtschaftsrat Gerhart Feine.
Als einleitende MaĂnahme im Vorfeld der Deportationen wurde die männliche jĂźdische BevĂślkerung zwischen 16 und 60 Jahren fĂźr Zwangsarbeiten an Befestigungsanlagen eingesetzt.cite-ref-15[15] Die Deportationspläne sahen vor, dass im November 1944 zwei Transporte von je 50.000 Menschen in das Deutsche Reich verschickt werden sollten. Diese Pläne wurden infolge der militärischen Entwicklung an der Ostfront geändert. Schon Ende September begannen sowjetische Truppen NordsiebenbĂźrgen zu besetzen (siehe Ostkarpatische Operation), bald darauf wurden Ost-, SĂźd und Nordostungarn besetzt. Am 2. November erreichte die Rote Armee die Budapester Vorstädte, worauf die Schlacht um Budapest begann, bis Budapest am 18. Januar 1945 von sowjetischen Truppen besetzt wurde und die Ghettoinsassen befreit wurden. Unter diesen Umständen wurden die Zwangsarbeiter Richtung Westungarn getrieben. Am 8. November 1944 Ăźberquerten etwa 25.000 Budapester Juden die Ăśsterreichische Grenze bei Hegyeshalom; später folgten bis zu 60.000 weitere. Sie wurden zum Bau des âSĂźdostwallsâ herangezogen. Tausende von ihnen starben durch Hunger, Krankheit und die Strapazen oder wurden von Wachsoldaten erschossen (Massaker von Rechnitz und Massaker von Deutsch SchĂźtzen). Von den Juden, die in Budapest geblieben waren, starben bis zur sowjetischen Besetzung der Hauptstadt am 18. Januar 1945 etwa 98.000. Etwa 3.000 von ihnen wurden erschossen und in die Donau geworfen (siehe Schuhe am Donauufer).
Im Sommer 1944 misslang ein Versuch der Hagana, Juden ungarischer Abstammung aus Palästina als Fallschirmspringer in ungarisches Gebiet einzuschleusen. Sie wurden von der britischen Armee auf jugoslawischem Gebiet abgesetzt und erreichten von dort aus Ungarn, wurden jedoch gefangen genommen. Zwei von ihnen, Perez Goldstein und Hannah Szenes, wurden hingerichtet.
Einige BemĂźhungen neutraler Staaten zur Rettung von Budapester Juden erwiesen sich hingegen als erfolgreich. Bis Ende Oktober 1944 stellte der salvadorianische Konsulatssekretär George Mandel-Mantello Ăźber 1.600 Schutzpässe aus. Weitere tausende Schutzbriefe stellten die Schweizer Diplomaten Carl Lutz, Harald Feller und Friedrich Born, der schwedische Diplomat Raoul Wallenberg, der spanische Diplomat Ăngel Sanz Briz (unterstĂźtzt vom italienischen Geschäftsmann Giorgio Perlasca), der Vertreter der Jewish Agency in Budapest MiklĂłs (Moshe) Krausz und der Apostolische Nuntius Angelo Rotta aus. Diese Personen wurden von der israelischen Institution Yad Vashem als Gerechte unter den VĂślkern ausgezeichnet. Bis Ende 1944 standen 22.000 Budapester Juden unter diplomatischem Schutz neutraler Staaten oder des IKRK.
Von den 825.000 Menschen, die in Ungarn innerhalb der Grenzen von 1941 bis 1945 lebten und als Juden angesehen wurden, wurden im Holocaust etwa 565.000 (68,5 %) ermordet; die Ăźbrigen 260.000 Ăźberlebten.
In der Volksrepublik Ungarn (1946â1989)
Die ersten Nachkriegsjahre waren von unsteten Wanderbewegungen gekennzeichnet. Einige Ăberlebende aus den Todes- und Arbeitslagern konnten in ihre frĂźheren Häuser zurĂźckkehren. Von den 473 Gemeinden, die vor dem Krieg bestanden hatten, wurden zunächst 266 wieder errichtet. Rund 200.000 Juden Ăźberlebten die Schoah in Ungarn. In den folgenden Jahren wurden jedoch die meisten Provinzstädte verlassen, mit Ausnahme einiger grĂśĂerer Städte, beispielsweise Miskolc, PĂŠcs, Debrecen und Szeged, wo bis heute jĂźdische Gemeinden bestehen.
Das Jahr 1946 war von zahlreichen Pogromen gekennzeichnet. Im Mai kam es zu einem Pogrom im Dorf Kunmadaras, im Juli zu einem weiteren in Miskolc, bei dem fĂźnf Personen getĂśtet wurden. Von 1946 bis 1952 beteiligte sich das American Joint Distribution Committee in hohem AusmaĂ am Wiederaufbau der verarmten Gemeinden und gab 52 Millionen Dollar fĂźr Verpflegung, Wohlfahrt und Ausbildung aus. Im Zuge des Kalten Krieges verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Ungarn und den USA, und 1953 mussten die Aktivitäten des Joint eingestellt werden. Nach der Umwandlung Ungarns in eine kommunistische Volksrepublik wurden zionistische Organisationen im März 1949 aufgelĂśst und deren Leiter zu Gefängnisstrafen verurteilt. Während des Ungarischen Volksaufstandes von 1956 verlieĂen schätzungsweise 20.000 Juden Ungarn.
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren die Beziehungen der Juden in Ungarn zu ihren Glaubensgenossen in anderen Ländern starken Ănderungen unterworfen. In den ersten Nachkriegsjahren war Ungarn zunächst im JĂźdischen Weltkongress vertreten und entsandte Vertreter an internationale jĂźdische Konferenzen. Nach der kommunistischen MachtĂźbernahme wurden diese Kontakte reduziert, lebten jedoch im Laufe der Sechzigerjahre während des âGulaschkommunismusâ wieder auf. Das Rabbinerseminar Budapest unter der Leitung von Alexander Scheiber war zu dieser Zeit die einzige Institution ihrer Art in ganz Osteuropa. Die diplomatischen Beziehungen zu Israel, die 1948 aufgenommen wurden und im Sechstagekrieg 1967 nach dem Beispiel der Sowjetunion abgebrochen worden waren, wurden im Zuge der demokratischen Reformen anfangs der Neunzigerjahre wiederhergestellt.
Wie in den anderen kommunistischen Staaten Europas gab es auch in Ungarn offiziell weder Nationalismus noch Antisemitismus. Judenfeindschaft existierte allerdings in den meisten kommunistischen Staaten unter dem Deckmantel des Antikapitalismus weiter. Die religiÜsen Einschränkungen betrafen auch die jßdischen Ungarn.
Im heutigen Ungarn (seit 1989)
Mit dem Ende der kommunistischen Ăra veränderte sich die Situation der Juden grundlegend. Es entstanden jĂźdische Vereinigungen, die das kulturelle und religiĂśse Erbe wieder beleben.
Am 15. April 2004, 60 Jahre nach Beginn der Ghettoisierung und der Deportationen der ungarischen Juden, wurde das Holocaust-Dokumentationszentrum Budapest erĂśffnet. Es ist das fĂźnfte seiner Art weltweit und das erste Osteuropas. Im April 2005 wurde sĂźdlich des Parlaments in Budapest ein Mahnmal des KĂźnstlers Gyula Pauer errichtet. Entlang des Donauufers stehen 60 Paar Schuhe aus Metall, die an die dortigen ErschieĂungen von Juden in den letzten Kriegswochen erinnern.
Heute leben in Ungarn schätzungsweise 80â90.000 Juden. Damit ist sie die viertgrĂśĂte Gemeinde in Europa. Die Ăźberwiegende Mehrheit von ihnen, 60â70.000, lebt in der Hauptstadt Budapest. Hier gibt es etwa 20 Synagogen und zahlreiche Einrichtungen zur FĂśrderung des religiĂśsen Lebens, der Wohlfahrt und der Ausbildung.
Demografie
| Jahr | 1735 | 1787 | 1840 | 1869 | 1900 | 1914 | 1945 | 1965 | 1983 | 2001 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| GesamtbevĂślkerung | | | | | | 17.000.000 | | 10.146.000 | 10.713.000 | 10.100.000 |
| Juden | 11.621 | 81.000 | 200.000 | 542.000 | 850.000 | 1.000.000 | 200.000 | 80.000 | 65.000 | 80.000 |
| Anteil | | | | | 4 % | 6 % | | 0,788 % | 0,607 % | |
Oberrabbiner
Eine Liste der Oberrabbiner von Ungarn enthält die Aufstellung: â Staaten in Europa unter Ungarn.
Eine Liste der Oberrabbiner von Budapest enthält die Aufstellung: â Städte in Europa unter Budapest und SĂĄtoraljaĂşjhely.
Personen
Personen ungarisch-jĂźdischer Abstammung oder jĂźdische Personen mit Bezug zu Ungarn sind unter vielen anderen:
Kunst
⢠Paul Abraham (1892â1960), Komponist
⢠Emma Adler (1858â1935), Journalistin
⢠BĂŠla BalĂĄzs (1884â1949), Filmkritiker
⢠RĂłbert BerĂŠny (1887â1953), Maler
⢠Leo Castelli (1907â1999), Kunsthändler
⢠George Cukor (1899â1983), Filmregisseur
⢠Tony Curtis (1925â2010), Filmschauspieler
⢠Michael Curtiz (1886â1962), Filmregisseur
⢠DezsĹ CzigĂĄny (1883â1937), Maler
⢠BĂŠla CzĂłbel (1883â1976), KĂźnstler
⢠GĂĄbor Darvas (1911â1985), Komponist
⢠Tibor DĂŠry (1894â1977), Schriftsteller
⢠Marta Eggerth (1912â2013), Operettensängerin
⢠Judit Elek (1937â2025), Drehbuchautorin
⢠GyĂśrgy Faludy (1910â2006), Schriftsteller
⢠ĂdĂĄm Fischer (* 1949), Dirigent
⢠Annie Fischer (1914â1995), Pianistin
⢠William Fox (1879â1952), Filmproduzent
⢠Ferenc Fricsay (1914â1963), Dirigent
⢠MilĂĄn FĂźst (1888â1967), Schriftsteller
⢠Tibor Gergely (1900â1978), Illustrator
⢠Karl Goldmark (1830â1915), Komponist
⢠John Hirsch (1930â1989), Theaterdirektor
⢠Harry Houdini (1874â1926), ZauberkĂźnstler
⢠Joseph Joachim (1831â1907), Violinist
⢠Gyula Kabos (1887â1941), Filmkomiker
⢠Emmerich KĂĄlmĂĄn (1882â1953), Komponist
⢠Katalin KarĂĄdy (1910â1990), Filmschauspielerin und Sängerin
⢠IstvĂĄn Kardos (1891â1975), Komponist und Dirigent
⢠Peter Kassovitz (* 1938), Filmregisseur
⢠Oskar Kaufmann (1873â1956), Architekt
⢠Ăkos KertĂŠsz (1932â2022), Schriftsteller
⢠AndrĂŠ KertĂŠsz (1894â1985), Fotograf
⢠Imre KertĂŠsz (1929â2016), Schriftsteller
⢠IstvĂĄn KertĂŠsz (1929â1973), Dirigent
⢠Ephraim Kishon (1924â2005), Satiriker
⢠Arthur Koestler (1905â1983), Schriftsteller
⢠GyĂśrgy KonrĂĄd (1933â2019), Autor
⢠Alexander Korda (1893â1956), Filmproduzent
⢠Vincent Korda (1896â1979), Filmarchitekt
⢠Zoltan Korda (1895â1961), Filmregisseur
⢠Joseph Kosma (1905â1969), Komponist
⢠GyÜrgy Kurtåg (* 1926), Komponist
⢠BĂŠla Lajta (1873â1920), Architekt
⢠Paul LĂĄszlĂł (1900â1993), Architekt
⢠Olga Lengyel (1908â2001), Kunstsammlerin
⢠Anna Lesznai (1885â1966), Schriftstellerin
⢠GyĂśrgy Ligeti (1923â2006), Komponist
⢠LĂĄszlĂł Moholy-Nagy (1895â1946), Maler
⢠Ferenc MolnĂĄr (1878â1952), Schriftsteller
⢠Martin MunkĂĄcsi (1896â1963), Fotograf
⢠PÊter Nådas (* 1942), Schriftsteller
⢠Ivan Nagel (1931â2012), Theaterwissenschaftler
⢠IstvĂĄn ĂrkĂŠny (1912â1979), Schriftsteller
⢠ĂdĂśn PĂĄrtos (1907â1977), Komponist
⢠Joe Pasternak (1901â1991), Filmproduzent
⢠Bertalan PĂłr (1880â1964), Maler
⢠Emeric Pressburger (1902â1988), Drehbuchautor
⢠MiklĂłs RadnĂłti (1909â1944), Dichter
⢠JenĹ RejtĹ (1905â1943), Schriftsteller
⢠Ede RemĂŠnyi (1828â1898), Violinist
⢠MĂĄrk RĂłzsavĂślgyi (1789â1848), Komponist
⢠Ivån Såndor (* 1930), Schriftsteller
⢠Andrås Schiff (* 1953), Pianist
⢠RezsĹ Seress (1899â1968), Komponist
⢠Paul Simon (* 1941), Musiker
⢠Georg Solti (1912â1997), Dirigent
⢠JĂĄnos Starker (1924â2013), Cellist
⢠Istvån Szabó (* 1938), Filmregisseur
⢠SzĂśke Szakall (1883â1955), Theaterschauspieler
⢠IstvĂĄn SzĂŠkely (1899â1979), Filmregisseur
⢠MihĂĄly SzĂŠkely (1901â1963), Sänger
⢠ErnĹ SzĂŠp (1884â1953), Schriftsteller
⢠Antal Szerb (1901â1945), Schriftsteller
⢠Joseph Szigeti (1892â1973), Violinvirtuose
⢠Lajos Tihanyi (1885â1938), Maler
⢠Alexandre Trauner (1906â1993), Szenenbildner
⢠Katalin Vidor (1903â1976), Schriftstellerin
⢠LĂĄszlĂł Weiner (1916â1944), Pianist
⢠LeĂł Weiner (1885â1960), Komponist
⢠Eva Zeisel (1906â2011), Industriedesignerin
⢠ZoltĂĄn Zelk (1906â1981), Schriftsteller
⢠Adolph Zukor (1873â1976), Filmproduzent
Politik
⢠GyĂśrgy AczĂŠl (1917â1991), Politiker
⢠Robert Capa (1913â1954), Kriegsreporter
⢠Miksa FenyĹ (1877â1972), Journalist
⢠LeĂł Frankel (1844â1896), Politiker
⢠Theodor Herzl (1860â1904), Schriftsteller und Journalist, BegrĂźnder des Zionismus
⢠AndrĂŠ Kostolany (1906â1999), Journalist
⢠BĂŠla Kun (1886â1938), Politiker
⢠Tom Lantos (1928â2008), Politiker
⢠Max Nordau (1849â1923), Politiker, bedeutender Vertreter des Zionismus
⢠Joseph Pulitzer (1847â1911), Journalist
⢠MĂĄtyĂĄs RĂĄkosi (1892â1971), Politiker
⢠Rosika Schwimmer (1877â1948), Feministin
⢠Tibor Szamuely (1890â1919), Politiker
⢠Hannah Szenes (1921â1944), Widerstandskämpferin
⢠BĂŠla Zsolt (1895â1949), Journalist
Religion
⢠Wilhelm Bacher (1850â1913), Direktor des Rabbinerseminars
⢠Ludwig Blau (1861â1936), Direktor des Rabbinerseminars
⢠Aaron Chorin (1766â1844), Rabbiner
⢠Michael Guttmann (1872â1942), Direktor des Rabbinerseminars
⢠Samuel Kohn (1841â1920), Historiker und Rabbiner in Budapest
⢠David Kaufmann (1852â1899), Direktor des Rabbinerseminars
⢠Immanuel LĂśw (1854â1944), Rabbiner
⢠Leopold LĂśw (1811â1875), Rabbiner
⢠SĂĄndor Scheiber (1913â1985), Direktor des Rabbinerseminars
⢠Moses Sofer (1762â1839), Rabbiner
⢠Ignaz Trebitsch-Lincoln (1879â1943), Theologe
⢠Isaak Tyrnau (14. Jahrhundert) Rabbiner
⢠Samson Wertheimer (1658â1724), Rabbiner
Sport
⢠Victor Barna (1911â1972), Tischtennisspieler
⢠IstvĂĄn Barta (1895â1948), Wasserballspieler
⢠LĂĄszlĂł BellĂĄk (1911â2006), Tischtennisspieler
⢠ĂdĂśn Bodor (1882â1927), Leichtathlet
⢠GyĂśrgy BrĂłdy (1908â1967), Wasserballspieler
⢠Rudolf Charousek (1873â1900), Schachspieler
⢠Ibolya CsĂĄk (1915â2006), Leichtathletin
⢠Ilona Elek (1907â1988), Fechterin
⢠LĂĄszlĂł FĂĄbiĂĄn (1936â2018), Kanute
⢠DezsĹ FĂśldes (1880â1950), Fechter
⢠JenĹ Fuchs (1882â1955), Fechter
⢠JĂĄnos Garay (1889â1945), Fechter
⢠GyÜrgy Gedó (1949), Boxer
⢠SĂĄndor GellĂŠr (1925â1996), FuĂballspieler
⢠OszkĂĄr Gerde (1883â1944), Säbelfechter
⢠SĂĄndor Gombos (1895â1968), Säbelfechter
⢠Isidor Gunsberg (1854â1930), Schachspieler
⢠BĂŠla Guttmann (1899â1981), FuĂballspieler
⢠AlfrĂŠd HajĂłs (1878â1955), Schwimmer
⢠Endre Kabos (1906â1944), Säbelfechter
⢠GyĂśrgy KĂĄrpĂĄti (1935â2020), Wasserballspieler
⢠KĂĄroly KĂĄrpĂĄti (1906â1996), Ringer
⢠Ăgnes Keleti (1921â2025), Kunstturnerin
⢠Ferenc KemĂŠny (1860â1944), Sportfunktionär
⢠MĂłr KĂłczĂĄn (1885â1972), Speerwerfer
⢠Ignaz von Kolisch (1837â1889), Schachspieler
⢠Zsuzsa KĂśrmĂśczy (1924â2006), Tennisspielerin
⢠Lily Kronberger (1890â1974), Eiskunstläuferin
⢠Andor Lilienthal (1911â2010), Schachspieler
⢠Johann Jacob LĂśwenthal (1810â1876), Schachspieler
⢠Gyula MĂĄndi (1899â1969), FuĂballspieler
⢠MihĂĄly Mayer (1933â2000), Wasserballspieler
⢠Attila Petschauer (1904â1943), Fechter
⢠Judit Polgår (1976), Schachspielerin
⢠Zsófia Polgår (1974), Schachspielerin
⢠Zsuzsa Polgår (1969), Schachspielerin
⢠Richard RĂŠti (1889â1929), Schachspieler
⢠EmĂlia Rotter (1906â2003), Eiskunstläuferin
⢠MiklĂłs SĂĄrkĂĄny (1908â1998), Wasserballspieler
⢠ZoltĂĄn Schenker (1880â1966), Fechter
⢠Adolf Schwarz (1836â1910), Schachspieler
⢠GusztĂĄv Sebes (1906â1986), FuĂballspieler
⢠Anna Sipos (1908â1988), Tischtennisspielerin
⢠Endre Steiner (1901â1944), Schachspieler
⢠Herman Steiner (1905â1955), Schachspieler
⢠Lajos Steiner (1903â1975), Schachspieler
⢠MiklĂłs Szabados (1912â1962), Tischtennisspieler
⢠LĂĄszlĂł SzabĂł (1917â1998), Schachspieler
⢠Ăva SzĂŠkely (1927â2020), Schwimmerin
⢠Judit Temes (1930â2013), Schwimmerin
⢠Ildikó UjlakinÊ-RejtŠ(1937) Fechterin
⢠Lajos Werkner (1883â1943), Fechter
⢠LĂĄszlĂł Papp (1926â2003), Boxer
Wirtschaft und Finanzen
⢠Samuel Fischer (1859â1934), Verleger
⢠Ignaz von Kolisch (1837â1889), Bankier, Schachspieler
⢠Gedeon Richter (1872â1944), Apotheker und BegrĂźnder der modernen ungarischen Pharmaindustrie
⢠George Soros (1930), Investor
Wissenschaft
⢠Michael Balint (1896â1970), Psychoanalytiker
⢠LĂĄszlĂł JĂłzsef BĂrĂł (1899â1985), Erfinder
⢠Raoul Bott (1923â2005), Mathematiker
⢠Edith Eger (1927), Psychologin
⢠Arthur ErdĂŠlyi (1908â1977), Mathematiker
⢠Paul ErdĹs (1913â1996), Mathematiker
⢠Leopold FejĂŠr (1880â1959), Mathematiker
⢠Michael Fekete (1886â1957), Mathematiker
⢠SĂĄndor Ferenczi (1873â1933), Psychoanalytiker
⢠Milton Friedman (1912â2006), Wirtschaftswissenschaftler
⢠Dennis GĂĄbor (1900â1979), Physiker
⢠Tibor Gallai (1912â1992), Mathematiker
⢠David Gestetner (1854â1939), Erfinder
⢠Peter Carl Goldmark (1906â1977), Ingenieur
⢠Ignaz Goldziher (1850â1921), Orientalist
⢠Andrew Grove (1936â2016), Ingenieur und Unternehmer (Intel)
⢠AlfrĂŠd Haar (1885â1933), Mathematiker
⢠Paul Halmos (1916â2006), Mathematiker
⢠Ăgnes Heller (1929â2019), Philosophin
⢠Avram Hershko (1937) Biochemiker
⢠Nicholas Kaldor (1908â1986), Wirtschaftswissenschaftler
⢠Rudolf KĂĄlmĂĄn (1930â2016), Mathematiker
⢠Theodore von KĂĄrmĂĄn (1881â1963), Physiker
⢠Jacob Katz (1904â1998), Sozialhistoriker
⢠John G. Kemeny (1926â1992), Mathematiker
⢠DĂŠnes KĂśnig (1884â1944), Mathematiker
⢠Julius KĂśnig (1849â1913), Mathematiker
⢠JĂĄnos Kornai (1928â2021), Wirtschaftswissenschaftler
⢠Imre Lakatos (1922â1974), Mathematiker
⢠Cornelius Lanczos (1893â1974), Mathematiker
⢠Peter Lax (1926â2025), Mathematiker
⢠Gottlieb William Leitner (1840â1899), Orientalist
⢠Georg LukĂĄcs (1885â1971), Philosoph
⢠John Lukacs (1924â2019), Historiker
⢠John von Neumann (1903â1957), Mathematiker
⢠George A. Olah (1927â2017), Chemiker
⢠RĂłzsa PĂŠter (1905â1977), Mathematiker
⢠Låszló Polgår (1946) Pädagoge
⢠Georges Politzer (1903â1942), Philosoph
⢠George PĂłlya (1887â1985), Mathematiker
⢠SĂĄndor RadĂł (1899â1981), Geograf
⢠Tibor RadĂł (1895â1965), Mathematiker
⢠AlfrĂŠd RĂŠnyi (1921â1970), Mathematiker
⢠Frigyes Riesz (1880â1956), Mathematiker
⢠Marcel Riesz (1886â1969), Mathematiker
⢠GĂŠza RĂłheim (1891â1953), Psychoanalytiker
⢠David Schwarz (1850â1897), Erfinder
⢠RenĂŠ A. Spitz (1887â1974), Psychoanalytiker
⢠Otto SzĂĄsz (1884â1952), Mathematiker
⢠GĂĄbor SzegĹ (1895â1985), Mathematiker
⢠Leo Szilard (1898â1964), Physiker
⢠Leopold Szondi (1893â1986), Psychoanalytiker
⢠Edward Teller (1908â2003), Physiker
⢠LĂĄszlĂł Tisza (1907â2009), Physiker
⢠PĂĄl TurĂĄn (1910â1976), Mathematiker
⢠Hermann VĂĄmbĂŠry (1832â1913), Orientalist
⢠Geza Vermes (1924â2013), Orientalist
⢠Abraham Wald (1902â1950), Mathematiker
⢠Charles Weissmann (1931â2025), Biologe
⢠Eugene Paul Wigner (1902â1995), Physiker
Bilder
Siehe auch
Gemeinden
Synagogen
Zu den ungarischen Synagogen siehe die zwei Listen:
Literatur
in der Reihenfolge des Erscheinens
⢠United Restitution Organization (Hrsg.): Judenverfolgung in Ungarn. Frankfurt 1959.
⢠Johann Weidlein: Der ungarische Antisemitismus in Dokumenten. Selbstverlag des Verfassers, Schorndorf 1962.
⢠Encyclopaedia Judaica, Bd. 8: He â Ir, 1971, S. 1077â1110.
⢠Randolph L. Braham: The Politics of Genocide: The Holocaust in Hungary. Revised and enlarged edition. Columbia University Press, 1994 (zuerst 1981)
⢠Rolf Fischer: Entwicklungsstufen des Antisemitismus in Ungarn 1867â1939. Die ZerstĂśrung der magyarisch-jĂźdischen Symbiose. Oldenbourg, MĂźnchen 1988, ISBN 3-486-54731-3.
⢠Såndor Szenes/Frank Baron: Von Ungarn nach Auschwitz. Die verschwiegene Warnung. Westfälisches Dampfboot, Mßnster 1994, ISBN 3-924550-98-0
⢠Christian Gerlach, GÜtz Aly: Das letzte Kapitel. Realpolitik, Ideologie und der Mord an den ungarischen Juden. DVA, Stuttgart 2002, ISBN 3-421-05505-X.
⢠Brigitte Mihok: Ungarn und der Holocaust: Kollaboration, Rettung und Trauma (Dokumente, Texte, Materialien). Metropol, Berlin 2004, ISBN 978-3-936411-62-1.
⢠Brigitte Mihok: Ungarn. Handbuch des Antisemitismus, Band 1, 2008, S. 388â394.
⢠Julia Richers: Jßdisches Budapest. Kulturelle Topographien einer Stadtgemeinde im 19. Jahrhundert, (= Lebenswelten osteuropäischer Juden, Bd. 12), BÜhlau Verlag, KÜln 2009, ISBN 978-3-412-20471-6. (Rezension)
⢠Ladislaus LĂśb: Geschäfte mit dem Teufel. Die TragĂśdie des Judenretters RezsĂś Kasztner. Bericht eines Ăberlebenden. BĂśhlau, KĂśln 2010, ISBN 978-3-412-20389-4.
⢠Ferenc Laczó: Between Assimilation and Catastrophe. Hungarian Jewish Intellectual Discourses in the Shadow of Nazism. Dissertation, Historisches Institut der Central European University, Budapest 2010
⢠Ăva Somogyi: Ausgleich. In: Dan Diner (Hrsg.): Enzyklopädie jĂźdischer Geschichte und Kultur (EJGK). Band 1: AâCl. Metzler, Stuttgart/Weimar 2011, ISBN 978-3-476-02501-2, S. 207â209.
⢠Regina Fritz: Nach Krieg und Judenmord. Ungarns Geschichtspolitik seit 1944. GÜttingen 2012.
⢠ViktĂłria BĂĄnyai: Ungarisch. In: Dan Diner (Hrsg.): Enzyklopädie jĂźdischer Geschichte und Kultur (EJGK). Band 6: TaâZ. Metzler, Stuttgart/Weimar 2015, ISBN 978-3-476-02506-7, S. 219â22
⢠Ayala Nedivi: Between Krausz and Kasztner: The Struggle for the Rescue of the Hungarian Jews (Yerushalayim: Karmel, 2014), ISBN 978-965-540-453-1 (hebräisch)
⢠Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933â1945. (Quellensammlung), Band 15: Ungarn 1944â1945, bearbeitet von Regina Fritz, De Gruyter/Oldenbourg, MĂźnchen 2021, ISBN 978-3-11-036502-3. Einleitung, S. 13â84
als Autobiographie
⢠Eva Szepesi: Ein Mädchen allein auf der Flucht. Ungarn, Slowakei Polen. Metropol, Berlin 2011, ISBN 978-3-86331-005-9 (mit wiss. Einleitung von Babette Quinkert zu Ungarn 1944).
⢠MĂĄria Ember: Schleuderkurve. JĂźdische Ungarinnen und Ungarn im NS-Arbeitslager 1944â45. Erweiterte Neuausgabe mit einem Anhang zu Moshe (MiklĂłs) Krausz, Berlin 2020, ISBN 978-3-945980-49-1 pdf
Weblinks
Commons
: Judaism in Hungary
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Chaim Frank â Erez Hagar: Juden in Ungarn
Einzelnachweise
cite-note-wolfram-1995-104-11. â Herwig Wolfram: Salzburg â Bayern â Ăsterreich. Die Conversio Bagoariorum et Carantanorum und die Quellen ihrer Zeit. Oldenbourg Verlag, Wien 1995, ISBN 3-7029-0404-2, S. 104.
cite-note-22. â CIL 3, 10599; ZoltĂĄn KĂĄdĂĄr: Die kleinasiatisch-syrischen Kulte zur RĂśmerzeit in Ungarn. Brill, Leiden 1962. S. 42; Alexander Scheiber: Jewish inscriptions in Hungary, from the 3rd century to 1686. AkadĂŠmiai KiadĂł, Budapest â Brill, Leiden 1983, ISBN 963-05-3304-9 / ISBN 978-963-05-3304-1, S. 42. Die Inschrift befindet sich heute im JĂźdischen Museum in Budapest.
cite-note-v-g-s-dostfriedhof-1976-183-33. â Eszter B. VĂĄgĂł; IstvĂĄn BĂłna: Die Gräberfelder von Intercisa I. Der spätrĂśmische SĂźdostfriedhof. AkadĂŠmiai KiadĂł, Budapest 1976, ISBN 963-05-1139-8. S. 183.
cite-note-44. â ZoltĂĄn KĂĄdĂĄr: Die kleinasiatisch-syrischen Kulte zur RĂśmerzeit in Ungarn. E. J. Brill, Leiden 1962. S. 19.
cite-note-bark-czi-1988-34-55. â LĂĄszlĂł BarkĂłczi: Pannonische Glasfunde in Ungarn. AkadĂŠmiai KiadĂł, Budapest 1988, ISBN 963-05-4286-2, S. 34.
cite-note-77. â ZoltĂĄn KĂĄdĂĄr: Die kleinasiatisch-syrischen Kulte zur RĂśmerzeit in Ungarn. Brill Verlag, Leiden 1962, S. 25â26.
cite-note-visylimes1988-104-88. â Zsolt Visy: Der pannonische Limes in Ungarn. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-8062-0488-8, S. 104.
cite-note-99. â Yeshayahu A. Jelinek, Paul R. Magocsi: The Carpathian Diaspora: The Jews of Subcarpathian Rus' and Mukachevo, 1848â1948. East European Monographs, 2007. S. 5.
cite-note-1010. â Rela Mintz Gefen: Judaism, Conservativ, Masorti, Neolog. In: Judith Reesa Baskin (Hrsg.): The Cambridge Dictionary of Judaism and Jewish Culture. Cambridge University Press, Cambridge 2011, ISBN 978-0-521-82597-9, S. 338 ff.
cite-note-1111. â Vgl. Israelitischer Landeskogress. In: Dan Diner, Enzyklopädie jĂźdischer Geschichte und Kultur: Band 3: HeâLu. Springer-Verlag, 2016. S. 150â155.
cite-note-1212. â Dokument VEJ 15/14 und Dokument VEJ 15/29 in: Regina Fritz (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933â1945. (Quellensammlung), Band 15: Ungarn 1944â1945, MĂźnchen 2021, ISBN 978-3-11-036502-3
cite-note-1313. â Dokument VEJ 15/120 in: Regina Fritz (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden⌠Band 15: Ungarn 1944â1945, MĂźnchen 2021, ISBN 978-3-11-036502-3, S. 437â438. Inkrafttreten am 5. April 1944.
cite-note-1414. â Dokument VEJ 15/145 in: Regina Fritz (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden⌠Band 15: Ungarn 1944â1945, MĂźnchen 2021, ISBN 978-3-11-036502-3, S. 484.
cite-note-1515. â Im Lager Balf wurden ca. 30.000 Juden aus Budapest untergebracht.
cite-note-1616. â [1] www.jcrelations.net, abgerufen am 2. Dezember 2012.
cite-note-1717. â [2] www.hagalil.com, abgerufen am 2. Dezember 2012.
cite-note-1818. â [3] www.hagalil.com, abgerufen am 2. Dezember 2012.
cite-note-1919. â [4] www.jcrelations.net, abgerufen am 2. Dezember 2012.
cite-note-2020. â Simon Dubnow 'Weltgeschichte des JĂźdischen Volkesâ, Band 10 (Memento vom 19. Februar 2013 im Internet Archive) www.ldn-knigi.lib.ru, abgerufen am 2. Dezember 2012.
cite-note-2121. â [5] www.jcrelations.net, abgerufen am 2. Dezember 2012.
cite-note-2222. â [6] www.hagalil.com, abgerufen am 2. Dezember 2012.
cite-note-2323. â Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 29. September 2011 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ajcarchives.org (PDF; 97 kB) www.ajcarchives.org, englisch, abgerufen am 18. Januar 2013.
cite-note-2424. â Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 29. September 2011 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ajcarchives.org (PDF; 97 kB) www.ajcarchives.org, englisch, abgerufen am 18. Januar 2013.
cite-note-2525. â Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 4. August 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ajcarchives.org (PDF; 97 kB) www.ajcarchives.org, englisch, abgerufen am 18. Januar 2013.